ERFAHRUNGSBERICHTE 2019-07-14T21:21:17+00:00

Schulterschmerzen

Ich lerne die Alexander-Technik seit 3 Jahren und hatte im ersten Jahr einmal pro Woche eine Stunde, dann später einmal jede zweite Woche. An meiner Arbeitsstelle hatte ich oft sehr viel Stress. Meine Schulter mußte nach einem Sehnenabriss operiert werden. Trotz sorgfältiger Rehabilitation (Krankengymnastik) hatte ich immer noch stechende Schmerzen, welche von der Wirbelsäule im Brustbereich bis in den Kopf ausstrahlten. Oft hatte ich Schwindel und konnte auch meinen Arm nicht über die Schulterebene heben. Ich habe mich oft hilflos und sehr verspannt und gestresst gefühlt. Nach einigen Stunden Alexander-Technik fühlte ich mich deutlich entspannter und die Schmerzen ließen nach. Auch konnte ich meinen Arm wieder besser heben und meine Jacke problemlos anziehen. Die gelernte Technik half mir dabei besser zu entspannen und auch mit Stress besser umzugehen. Ich habe außerdem gelernt nicht immer alles auf einmal schaffen zu wollen. Ich erledige meine Arbeiten nun langsamer und bitte auch mal um Hilfe, was ich früher nicht getan habe.

Büroangestellte, 52 Jahre alt

Kieferfehlstellung

Ich bin nun schon seit über drei Jahren bei Moni in der Alexandertechnik.

Manchmal werde ich gefragt, was die Alexandertechnik eigentlich ist. Das kann ich dann schlecht beantworten. Alexandertechnik kann man nicht gut erklären, man muss es erleben. Was ich aber beschreiben kann, sind die Folgen der Alexandertechnik. Bevor ich zu Moni kam, hatte ich häufig Rückenschmerzen. Obwohl ich erst 24 Jahre alt war, musste ich regelmäßig zur Physiotherapie. Außerdem hatte sich durch eine falsche Schiene mein Kiefer verschoben, sodass ich nicht mehr richtig zubeißen konnte und häufig Kopfschmerzen hatte. Zuerst dachte die Kieferorthopädin, dass ich operiert werden müsste. Manuelle Therapie hat zwar gegen die Schmerzen etwas geholfen, aber das Problem nicht dauerhaft beseitigt.

Dann kam ich zufällig zu Moni. Zuerst hatte ich mich für einen Volkshochschulkurs am Wochenende angemeldet, um die Alexandertechnik kennenzulernen. Anschließend bin ich ungefähr eine Stunde pro Woche zu Moni. Hier lernte ich, aufrecht zu gehen und zu sitzen. Am Anfang war es ungewohnt und auch ein bisschen anstrengend. Mein Körper hatte all die Jahre eine falsche Haltung angenommen und das zu verändern war Arbeit. Doch es hat sich gelohnt, durchzuhalten und dranzubleiben: Mein Rücken wurde viel aufrechter, der Kopf sitzt jetzt an der richtigen Stelle, sogar meine Arme und Beine sind viel besser geworden. Ich fühle mich wohler und habe mehr Kraft. Mit diesem neuen Körpergefühl sind Sportübungen viel einfacher geworden. Ich bin auch selbstbewusster geworden. Es tut so gut, zu wissen, dass man aufrecht steht und das strahlt man dann auch aus.

Am besten war, dass Moni es innenhalb kurzer Zeit durch einfache Übungen wie das „geflüsterte A“ geschafft hat, meinen Kiefer wieder an die richtige Stelle zu bekommen. Es ist wie ein Wunder. So kam ich um eine Operation herum. Dafür bin ich sehr dankbar, denn eine Operation hätte sicherlich Nebenwirkungen und Einschränkungen gehabt. Die Alexandertechnik ist Nebenwirkungsfrei.

Ich finde es auch immer noch faszinierend, was Moni alles spüren kann. Schon wenn ich zur Tür hereinkomme habe ich das Gefühl, sie sieht meinem Körper alles an, ohne, dass ich etwas sagen muss. Sie fühlt die kleinste Anspannung. Durch die vielen Rückmeldungen konnte ich lernen, selbst zu spüren, wo ich angespannt bin. Moni hat mir auch viel erklärt. Vorher wusste ich nicht mal, dass es ein Atlasgelenk gibt. Dieses Wissen und die Vorstellung, wie die entsprechenden Körperteile sich bewegen, und die Richtungen, in die sie zeigen, hilft mir, um auch im Alltag schon bei leichten Schmerzen mir durch die Vorstellungen selbst zu helfen. Ein Vorstellungsbild, das für den Kiefer hilft, ist, dass der Nacken frei ist und so weich wie Butter. Kiefer und Nacken hängen ja zusammen und wenn der Nacken so weich und frei ist, geht es auch dem Kiefer besser. Der Kopf geht nach vorne oben, das ist die Richtung. Beim Joggen sage ich mir manchmal „vorne oben“, dann geht es viel einfacher. Ich mag auch das Vorstellungsbild, dass die Haare magnetisch sind und die Zimmerdecke auch, dann geht man viel leichter, und der Kopf ist aufrecht, wenn man so hochgezogen wird. Es gibt jede Menge Bilder und jedem helfen andere.

Nach fast einem Jahr Alexandertechnik habe ich meine Abschlussarbeit für das Studium geschrieben. Bevor ich mit der Alexandertechnik begonnen habe, konnte ich nicht lange am Tisch sitzen. Ich bekam sofort Rückenschmerzen. Dies hat mir das Lernen erschwert. Doch nun konnte ich drei Monate lang täglich mehrere Stunden sitzen und 120 Seiten schreiben und ich hatte keine Schmerzen. Ich sitze nun ganz anders und bemerke selbst viel schneller, wenn ich mich wieder krumm hinsetzen möchte, und kann das dann verändern.

Trotz dieser großen Erfolge in diesem einen Jahr bin ich noch über zwei weitere Jahre zu Moni in die Alexandertechnik gegangen. Das liegt zum einen daran, dass Moni sehr nett ist. Zum anderen ist die Alexandertechnik (inzwischen) sehr angenehm und ich freue mich auf diese Stunde Zeit, die ich mir jede Woche gönne, und das angenehme und entspannte Gefühl. Außerdem mache ich auch jetzt noch Fortschritte. Die sind zwar nicht mehr so groß wie am Anfang, aber deutlich spürbar. Es ist schön, dass auch die Feinheiten noch bearbeitet werden können.

Ich kann jedem nur empfehlen, wie ich möglichst früh mit der Alexandertechnik zu beginnen. Moni meint zwar, dass es auch mit über 80 Jahren noch gut möglich ist, aber bei mir gingen die Veränderungen viel schneller, weil mein Körper noch nicht so lange in den Fehlhaltungen drin war. Dann muss man auch die Schmerzen nicht so lange aushalten.

Leider ziehe ich in einem Monat in ein anderes Bundesland und werde dann nicht mehr regelmäßig zur Alexandertechnik bei Moni gehen können. Aber ich habe mit fest vorgenommen, sie irgendwann zu besuchen. Und die Übungen, Vorstellungen und das neue Körpergefühl nehme ich auch mit an meinen neuen Arbeitsort.

Ich bin mir sicher, dass die Alexandertechnik bei jedem Beruf hilfreich sein kann. Im Zusammenhang mit Rückenschmerzen denkt man vermutlich sofort an Menschen, die den ganzen Tag lang im Büro sitzen. Doch auch wer viel schweres Tragen muss, oder sonst irgendwie körperlich abreitet, kann das durch die Alexandertechnik leichter und gesund bleiben. Ich arbeite mit Kindern und dazu gehört auch, sich mal auf den Boden zu setzen oder zu bücken. Früher hatte ich dabei schnell Rückenschmerzen, jetzt weiß ich, wie ich mich gut hinsetzen kann. Eine Zeit lang habe ich mit Kindern mit körperlicher Behinderung gearbeitet. Auch hier ist es super, wenn man weiß, wie man diese Kinder gut tragen und in den Rollstuhl setzen kann, ohne danach Rückenschmerzen zu haben. Früher hatte ich auch Probleme, Sprudelkisten zu tragen. Es ist schade, dass man in der Schule nicht lernt, wie man sich richtig bewegt. Doch gut, dass man auch als Erwachsener noch zur Alexandertechnik gehen kann, um das nachzuholen. Die Alexandertechnik hilft Kleinkindern ebenso wie Senioren, oder Studenten. Moni kennt sich mit so vielen Themen aus. Was ich besonders beeindruckend finde, ist, dass sie selbst ständig weiterlernt, obwohl sie ihre Ausbildung zur Lehrerin für Alexandertechnik schon vor vielen Jahren abgeschlossen hat. Wenn ich irgendein neues (körperliches) Problem hatte, hatte sie sich in der nächsten Woche jede Menge Wissen dazu angeeignet und war bestens darauf vorbereitet. Man spürt, dass sie am Menschen interessiert ist und wirklich helfen möchte.

Ich bin sehr froh, „zufällig“ die Alexandertechnik entdeckt zu haben und kann es jedem nur empfehlen, der auch aufrechter durchs Leben gehen möchte.

Lehrerin, 27 Jahre alt